Der Markt bleibt zum Glück immer gleich - Einkaufsliste KW 39/40

Der September geht immer wahnsinnig schnell vorbei. Die Tage werden immer kürzer und obwohl ich schon seit 6 Jahren in Deutschland leben, habe ich mich noch nicht an dieses Kürzer-Werden der Tage gewöhnt.

Zum Glück ist der September, dank dem Oktoberfest-effekt, immer sehr schön, viel Sonnenschein aber angenehm frisch. Tage, die ich gerne ausschließlich auf dem Markt verbringen würde, um mit Frau Salup über ihren nicht gemachten Urlaub zu reden, der wegen ihrem alten Auto ausgefallen ist, und um mit dem Verkäufer der Bratwürste über die Wiesn zu ratschen, die nicht mehr so ist wie früher. Er hat mir gestanden, dass ihm die Wiesn fehlt und er deshalb immer auf einen Sprung vorbei schaut und zwischen den Zelten spaziert, ohne irgendwo rein zu gehen. Bis vor 15 Jahren waren diese Zelte das Zentrum eines großen Bayerischen Festes, jetzt sind zum Zentrum eines großen internationalen Festes geworden.

Der Markt bleibt zum Glück immer gleich (wenn wir mal das Erlebnis von vor zwei Wochen auf dem Odeonsplatz außer acht lassen). Nie zu voll, immer Leute, die sich ähnlich sind, viele Mütter, viele Kinder, viele ältere Herrschaften, die viel Freizeit haben. Ich muss aber sagen, dass ich in letzter Zeit auch neue Leute sehe, die ein bisschen anders als die anderen sind. Aber das sind keine Leute, die auf Grund der Globalisierung kommen, sondern eher genau im Gegenteil, sie wollen wieder regionaler leben, sie kommen wegen der Leidenschaft für gutes Essen, weil sie wissen wollen, woher die Dinge kommen, die sie jeden Abend kochen, und, das gefällt mir besonders, ich glaube sie sind von der ganzen Internationalität gelangweilt und wollen wieder zurück zum Lokalen.

Ok, Schluß jetzt mit diesem nostalgischen Gerede eines Verliebten, reden wir von ersten Dingen. Diese Woche war der kleine Weingarten, der sonst immer auf dem Markt ist, verschwunden. Urlaub? Ich weiß es nicht, aber er hat gefehlt. Auch Frau Salup war nicht da, sie ist im Urlaub. Die Vertretung war mir ehrlich gesagt nicht besonders sympathisch, deshalb habe ich nichts gekauft. Letztendlich kauft man auf dem Markt auch bei demjenigen, der einem sympathisch ist. Wie zum Beispiel mein Freund Peter, der heute komischerweise fröhlicher ist als sonst. Der Grund? Auch er geht in Urlaub, aber nächste Woche, er fährt an den Bodensee. Hm, alle fahren in den Urlaub, es bleiben nur ich und die beiden Männer vom Bratwurststand...

Das Produkt der Woche, oder besser gesagt, die Produkte der Woche, sind zwei Käse. Beider stinken wahnsinnig, oder wie es die Frau vom Stand ausgedrückt hat, beide duften wahnsinnig gut. Einer heißt Ziegenmünster, für mich eine gute Alternative zu meinem geliebten Amour Rouge, den ich leider nicht essen kann, ohne dass ich danach mit meinem Bauch zu kämpfen habe (ich vertrage keine Kuhmilch). Man muss ihn unbedingt auf Weißbrot mit einem trockene Rotwein probieren.

Der zweite heißt Wolpertinger (50% Ziege, 50% Schaf), ähnlich dem Rochefort oder dem Gorgonzola, aber weniger süß und weniger pikant. Auch er schmeckt auf Weißbrot mit Wein hervorragend, er kann euch den Abend retten... oder ihn verderben, wenn ihr euch danach nicht schnell die Zähne putzt... :)

Kommentar

Lemon

Gestern war ich nun auch mal wieder auf dem Markt, nach der Oktoberfestzeit. Blumen für den Balkon hab' ich gekauft. Ich finde das macht auf dem Markt immer besonders viel Spaß - man schaut, vergleicht, schaut wieder und kehrt dann mit der "schönen Beute" nach Hause zurück. Gute Käse-Tipps, werde auch mal danach Ausschau halten.

Kommentar am Sonntag, 09.10.2011 um 20:55 geschrieben.
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