Quittenmarmelade

Es gibt ein paar Nahrungsmittel, die meine Kindheit negativ und positiv geprägt haben.

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Negativ ist für mich zum Beispiel Ananaskuchen. Ich glaube, meine Mutter hat ihn bis ich 18 Jahre alt war jedes Wochenende gebacken, mir wird schon schlecht wenn ich nur daran denke. Dann noch Kartoffelknödel, auch so etwas, was ich nicht mehr sehen und essen kann. Denn als ich 14 war haben wir einen Schulausflug nach München gemacht, wir waren jung, sorglos und auch ein bisschen naiv. An einem Abend habe ich auf dem Starkbierfest ein bisschen zu viel gegessen und getrunken, mir ging es sehr schlecht...und deshalb ist das einzige, was mir in Erinnerung geblieben ist, diese schreckliche durchwachte Nacht, die ich im Bad verbracht habe, und mein Abneigung gegen Kartoffelknödel, die ich an besagtem Abend gegessen hatte.

 
Ok, stopp jetzt mit den negativen Dingen, gehen wir zu den Positiven über.
 
Wie die Birnen haben auch die Quitten jeden September unseren Keller bevölkert. Tausende von Quitten, die wir, wie auch die Birnen, dem ganzen Dorf geschenkt haben. Zum roh essen eignen sie sich nicht besonders, sie sind sehr hart und sauer, auch wenn ich sie immer geliebt habe. Aber sie sind super für Marmeladen und Kompott. In Deutschland habe ich zum ersten Mal Quittengelee gesehen, in der Toskana gibt es das nicht.
Aber die Quittenmarmelade ist, wie gesagt, eins der Dinge gewesen, die meine Kindheit verschönert hat. Denn zum Frühstück und als Brotzeit habe ich immer riesige Brotscheiben gegessen, die dick mit Marmelade, Quittenmarmelade, bestrichen waren.
 
Für 6 Gläser
 
2 kg Quitten
1 kg Gelierzucker 2:1
1 Vanilleschote
1 Bio-Zitrone
 
Die Quitten gut waschen. 5 Minuten in kochendes Wasser geben. Das macht das Schälen einfacher und außerdem werdsen die Quitten dann nicht mehr braun. Aus dem Wasser nehmen und 10-15 Minuten abkühlen lassen. Dann vierteln und schälen und das holzige Kernhaus heraus schneiden.
Die Quitten mit Zucker, Zitronensaft und einem Glas Wasser in einen Topf geben, aufkochen lassen und noch 10 Minuten köcheln lassen. Oft rühren damit die Masse nicht anbrennt. Die Vanille dazu geben. dafür die Schote mit einem Messer aufschlitzen und braunen Vanillesamen, die sogenannte Vanille, herauskratzen.
Die übrige geblieben Schote kann man wunderbar benutzen, um Vanillezucker zu machen. Dazu einfach die Schote und 1/2 kg Zucker in ein verschlossenen Gefäß geben. Damit könnt ihr dann eure Kuchen verfeinern.
Noch 5 Minuten kochen lassen, mit dem Stabmixer pürieren und dann in die sterilisierten Marmeladegläser geben. Gläser verschließen und auf den Kopf stellen, die ganze Nacht stehen lassen, oder besser gesagt, bis sie abgekühlt sind.
 
Die Quittenmarmelade macht ein bisschen mehr Arbeit als anderes Obst, aber sie schmeckt mir so gut, dass ich sie doch jedes Jahr machen muss.