Bayern haben den Zwetschgendatschi im Blut

Zwetschgen schmecke am besten, wenn man sie auf dem Markt kauft. Wenn man sie selber im Garten hat, sind sie wahrscheinlich noch besser als die vom Markt, aber auf keinen Fall sind sie mit den Zwetschgen aus dem Supermarkt zu vergleichen. 

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Sie sind etwas kleiner, etwas hässlicher, ungefähr jede 5. hat einen Wurm, aber wenn du sie dir in den Mund steckst, schmeckst du den Unterschied. Sie sind einfach anders, sie schmecken noch nach der Sonne des Vortages, als sie geerntet wurden. Sie sind süß, sie sind reif, sie sind bereit, ein bisschen so, wie ein Brot, das gerade aus dem Ofen geholt wurde, sie sind frisch, sie sind besser.

Der Zwetschgendatschi von Kathrin ist wahrscheinlich einer der besten, den man essen kann, ich fange gar nicht erst an es selber zu versuchen, sie ist die Zwetschgendatschi-Königin. Ein Toskaner kann auf diesem Gebiet nicht mithalten,  wenn es um Schweinebraten oder gefüllte Gans geht, dann nehme ich es mit jedem auf, aber bei manchen Sachen ist es besser, wenn man es sein lässt. Und diejenigen machen lässt, die es im Blut haben.

Die Bayern haben den Zwetschgendatschi im Blut, sie warten schon das ganze Jahr auf das Sommerende, wenn die Bäume voll mit Obst sind und sie endlich mit viel frischem Obst backen können.


Zwetschgen-Datschi

300 gr. Mehl 405
40 gr. Zucker
160 ml Milch
25 gr Frische hefe
50 gr. Butter
1 Ei
1 Prise salz

2 Kg Zwetschgen oder mehr

 

Mehl, Zucker und Salz in eine Schüssel geben und mischen. Milch lauwarm aufwärmen, Hefe udn klein geschnittene Butter dazu geben. Wenn die Butter geschmolzen ist, Milch und Ei zum Mehl geben und alles gut kneten bis ein schön kompakter Teig entsteht, der nicht mehr an der Schüssel klebt. (Am besten benutzt man ein Handrührgerät mit Knethaken).

Mit Frischhaltefolie abdecken und 1 Stunde gehen lassen.

Zwetschgen waschen und halbieren, Kern entfernen, Zwetsche oben und unten einschneiden, damit sie sich "glatt" auf den Teig legen lässt.

Blech einfetten. Teig nochmals kräftig durchkneten, dann in die Mitte des Blechs legen und mit den Fingern nach ausziehen. 15 Minuten gehen lassen.

Offen auf 180 vorheizen (Ober- und Unterhitze). Zwetschen gleichmäßig auf dem Blech verteilen, besser mehr als wenige Zwetschgen, man soll den Teig gar nicht mehr sehen, übertreibt es ruhig ein bisschen!

20-40 Minuten backen lassen.

Der Datschi schmeckt wunderbar mit Schlagsahne oder mit Zucker und Zimt. Oder einfach so.

NEEEINNN...Pizza Hawaii...

Eine der vielen schönen Dinge, die ich in Deutschland kennengelernt habe. Wir Italiener sind zu puristisch und zu traditionsverbunden, um so etwas zu erfinden... sicherlich lassen wir uns auch zu Extravagantem hinreißen, wenn man es denn so nennen will. Wie zum Beispiel die Pizza mit Würstel. Der Durchschnitts deutsche erschaudert bei diesem Gedanken. Aber (komischerweise) nicht beim Gedanken an Pizza Hawaii.

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Die Pizza aus diesem Rezept ist keine echte Pizza Hawaii, es ist keine Ananas drauf, das wäre ja auch zu exotisch für meinen Bauernmarkt. Sie ist nur mit Tomaten, Öl und Salz belegt. Es ist ein ganz besonderes Salz, das mir meine Schwägerin Franzi (man darf sie auf Marktcheck auf keinen Fall verpassen http://www.swr.de/marktcheck) mitgebracht hat, Salz von den hawaiianischen Inseln, schwarz wie die Lava, leicht und würzig, einfach perfekt in Kombination zu den süßen Tomaten des Hochsommers.

Für den Teig (für 2 blech)

400 gr. Weizenmehl 550

100 gr. Hartweizenmehl

300 ml lauwarm Wasser

25 gr. Frischhefe

2 EL Oliven-Öl

Für den Belag

1 kg Tomaten

Salz grob ( Schwarzes Hawaii-Salz oder normales Meersalz)

 

Die Hefe im lauwarmen Wasser auflösen. Das Mehl in eine große Schüssel geben, Öl dazu geben, dann nach und nach das Wasser zugeben und mit einer Gabel umrühren bis das Mehl das Wasser aufgenommen hat. Wenn der Teig euch zu weich erscheint, gebt etwas mehr Mehl dazu. Dann ca. 3 Minuten kräftig durchkneten.

Eine Kugel formen und mit reichlich Mehl bestäuben, mit einem Messer ein Kreuz ritzen und mindestens 1 Stunde gehen lassen.

Die Hälfte des Teiges auf ein eingefettetes Blech geben, mit den Finger ausrollen (aus-ziehen) ohne Löcher zu machen. Ihr könnt auch Backpapier anstatt Öl benutzen, ich habe es auch schon ausprobiert. Aber letztendlich mag ich das Öl lieber, die Pizza bekommt einen anderen Geschmack, den Geschmack hausgemachter Pizza.

Teig auf dem Blech nochmals 20 Minuten gehen lassen. 

Tomaten in Scheiben schneiden und die Pizza damit belegen. Bei 200 Grad (keine Umluft!) 20 Minuten backen lassen. 

Wenn die Pizza fertig ist mit grobem Salz bestreuen und Olivenöl darüber geben.

Kirsch-Eis und kleine Stachelbeer-Sorbets

Es ist unmöglich, ich kann nicht mehr kochen... es ist einfach zu heiß in unserer Wohnung. Ich frage mich, wie wir es damals in Italien im Sommer gemacht haben, es sind inzwischen 7 Jahre vergangen und ich kann mich wirklich nicht mehr daran erinnern.

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Panzanella, Caprese, große Salate, Carpaccio mit Fleisch oder Fisch, kalte und warme Pasta, Reissalat, viel Obst, Wassermelone  Honigmelone, Eis... sehr viel Eis. Wie schön einfach ein Eis zum Abendessen zu essen.

Unsere Küche ist das eigentliche Problem an diesen glühend heißen Tagen, sie ist klein, mit einem einzigen kleinen Fenster nach Süden. Die Sonne scheint von morgens um 9 bis nachmittags um 5 rein. Wenn ich von der Arbeit nach Hause komme zeigt das Termometer über des Waschbecken 30 Grad an. Unmöglich. Ich liebe kochen, aber das ist einfach zu viel.... Heute Abend gibt es EIS.

Kleine Stachelbeer-Sorbets

(für 4 kleine gläser)

160 g.  Stachelbeere 
2 EL Zucker
4 EL Wasser
1 Stück Zitronenschale

Alle Zutaten in eine Schüssel geben, mit dem Mixer pürieren und in den Kühlschrank stellen. Die Masse auf 4 Weckgläser verteilen, Deckel drauf und für ca 2 tunden in den Tiefkühlschrank stellen.

Kirsch-Eis

400 g Kirschen
150 ml Wasser
50 g Zucker
3 EL Zitronensaft 

Kirschen waschen und entkernen. Mit den restlichen Zutaten in einen Topf geben und für 10 Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen. Vom Herd nehmen und auf Raumtemperatur abkühlen lassen. 

Alles mit dem Mixer zu einem sehr feinen Püree verarbeiten, eventuell ein bisschen Wasser zugeben, wenn die Masse zu dickflüssig ist.

In EIsformen geben und für 2-3 Stunden in den Tiefkühlschrank stellen.

 

Lamm mit Pistazien und Minze

Otto ist inzwischen von den passiven Phase "ich-schaue-was-du-machst-und-basta" zur aktiven Phase "ich-schaue,-was-du-machst-und-bevor-du-es-machst-will-ich-es-unbedingt-auch-machen" herangewachsen. Wenn wir abends vor 8 Uhr essen wollen und etwas kochen wollen, dann muss ich auch eine kleine Aufgabe für Otto finden. Dieses Mal hat Otto für ungefähr 25 Minuten ohne Pause die Pistazien und die Minze bearbeitet, in einen marmornen Mörser und einem Holzstößel.

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Lammkoteletts in Zitronenkruste mit Pistazien und Minze

4 Lammkoteletts
100g Kapern
4 TL abgeriebene Zitronenschale
2 TL gehackte Pfefferminz
6 TL gehackte Pistazien
2 zerdrückte Knoblauchzehen
Olivenöl

 

In einem Mörser die Pistazien zerstoßen. Kapern und Knoblauch sehr klein schneiden, dann die Zitronenschale mit den Kapern, den Pistazien und der Minze vermischen und 4 El Olivenöl dazu geben. Die Lammkoteletts waschen und trocken tupfen, mit dem Pistaziengemisch einreiben und ca. 30 Minuten im Kühlschrank marinieren.

In einer Pfanne 3 El Olivenöl erhitzen, die Knoblauchzehe dazu geben und 1 Minute anbraten lassen. Den Knoblauch wieder entfernen und die Lammkoteletts in die Pfanne geben.

3 Minuten von einer Seite braten lassen, dann wenden und nochmals 2 Minuten braten, das Fleisch soll nicht zu stark austrocknen.

Am besten serviert man die Koteletts mit einem grünen Salat und fein geschnittenen Radieschen in einem Honig-Ziegenfrischkäse-Balsamico-Dressing.

Steak Check

Alle 3 Jahre passiert es, alle 3 Jahre wird über Fleisch geredet, alle 3 Jahre diskutiert man darüber, wie gefährlich es ist, Fleisch zu essen, von dem man nicht weiß, wo es herkommt, alle 3 Jahre gibt es einen Fleischskandal, falsch etikettiertes Fleisch, Gammelfleisch, Formfleisch, Fleisch das alles Andere als Fleisch ist. 

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Alle 3 Jahren wird ungefähr zwei Wochen lang darüber gesprochen, dann verschwindet alles wieder, alles vergessen. Ich kann nicht leugnen, dass ich ziemlich glücklich bin, wenn ich diese Nachrichten höre. Ich weiß, dass das gemein ist, aber es ist eben so.

Wenn ich in der Früh auf Bayern2 in der Radiowelt den wunderbaren Pro-Kommentar von Uwe Pagels höre, der über den aktuellen Fleischskandal spricht, dann ist das, wie man auf deutsch so schön sagt, "Balsam für meine Ohren".

Denn ich kaufe schon seit Jahren kein Fleisch im Supermarkt mehr. Alle tierischen Produkte und ca. 70% der pflanzlichen Produkte, die auf unserem Teller landen, kaufe ich regional und von Leuten, die ich "persönlich" kenne. Ich bin nicht ganz sicher, ob das die besten Methode ist, sich vor Skandalen zu schützen. Noch besser wäre es natürlich Fleisch und Gemüse selber herzustellen, so wie es meine Schwester macht oder wie es meine Familie schon immer gemacht hat. (aber in der Stadt ist das oft nicht möglich)

So, aber jetzt zum Thema, reden wir endlich von den Steaks. Ich habe 3 verschiedenen Steaks gekauft, zwei Filetsteaks und ein Entrecote. Ich habe zwei Fleischpoduzenten ausgesucht, die ich kenne, einer produziert konventionell, der andere biologisch (Naturland). Die beiden Filets jeweils von einem, das Entrecote von dem Bio-Bauern. Die Preise liegen bei 29 EUR für das Entrecote, 39 EUR für das Filet aus konventioneller Herstellung und 43 EUR für das Bio-Filet. 

Das Biofleisch war eindeutig das beste, zart, saftig, wie butter. Das sage ich nicht, weil es bio war, nicht weil mir der Bauer sympathisch ist, sondern weil es einfach geschmacklich wirklich das Beste war. Es war am zartesten, schmeckte und roch am besten, also einfach perfekt. Das Steak aus konventioneller Produktion war auch gut, auch sehr zart, sah auch sehr schön aus, aber es war trotzdem etwas weniger geschmacksintensiv, etwas "platter", etwas weniger charakteristisch, hat etwas weniger nach Rind geschmeckt. Das Entrecote hat eine andere Struktur als das Filet, es ist nie so zart, aber es bleibt eine gute Alternative, wenn man gut essen und weniger ausgeben will.  

Steak

1 Steak pro person (150g pro Steak)
1 Rosmarinzweig pro fleisch Stück
gutes Olivenöl
Salz  

Steakpfanne auf den Herd stellen und erhitzen, sie sollte wirklich sehr heiß werden.
Rosmarinzweig in die Pfanne legen und das Fleisch darauf geben. 2-3 Minuten braten lassen, Bratzeit hängt davon ab, wie dick das Steak ist. Fleisch umdrehen, Rosmarin darauf legen und noch mal 2-3 Minuten braten lassen.
Auf einem Teller anrichten, mit Salz und sehr gutem Olivenöl würzen.
Es muss wie butter sein, es muss im Mund zergehen und nach Wiese und Fleisch schmecken.

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