Kartoffelpflanzerl alla Casentinese

Ich weiß, dass meine Rezepte zu einfach und oft etwas kalorienhaltig sind, also wirklich Hausmannskost, fast schon bäuerliche Gerichte. Aber das war nicht immer so.

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Ich habe schon immer gerne gekocht, als Student in unsere WG habe ich eher low-budget gekocht, gute Dinge, die schnell gingen und günstig waren. Als ich dann anfing zu arbeiten und Geld verdient habe, habe ich gute Restaurants entdeckt und damit auch die Lust teurere und ausgewählte Produkte auszuprobieren, um komplexere und exotische Rezepte nachzukochen. Vor ein paar Jahren habe ich mich dann für die Molekularküche begeistert, aber auch das habe ich hinter mir gelassen, um wieder an meine Ursprünge zurück zu kehren. Vor allem seit ich in Deutschland lebe versuche ich Dinge zu kochen, die meine Mutter gekocht hat und ich werde immer ein bisschen emotional, wenn ich es schaffe, den gleichen Geschmack und die gleiche Konsistenz zustande zu bringe. Und dann sage ich immer dasselbe: nichts schmeckt so gut wie das.

So ist es zum Beispiel mit meinen Kartoffelpflanzerl, meine Mutter hat sie auch des öfteren gekocht, sie sind eine gute Alternative zu den klassischen Krokette, eigentlich sind es Kroketten, aber "alla casentinese".
 
Für 3 Personen

1/2 kg gekochte Kartoffeln
1 Ei
Petersilie
1 Knoblauchzehe
3-4 Prisen Salz
Mehl
Öl zum Frittieren, z.B. Rapsöl
 
Gekochte Kartoffeln schälen und in einer Schüssel zu Brei stampfen. Ei, klein geschnittene Petersilie, Knoblauch und Salz dazu geben und alles gut vermischen. 5 Minuten durchziehen lassen.
Mit einem Esslöffel etwas Püree nehmen und daraus eine Krokette/Pflanzerl formen, dann in Mehl wälzen, leicht platt drücken, so dass ein ca. 1cm dickes Pflanzerl ensteht.
In einer Pfanne ca. 3-4 mm Öl erhitzen dann die Pflanzerl ins Öl geben und 4 Minuten braten lassen, sie sollen nicht anbrennen, sondern eine schone goldgelbe Farbe bekommen. Umdrehen und auch von der anderen Seite braten, normalerweise geht es auf diese Seite etwas schneller, ca. 2 Minuten reichen. Aus der Pfanne nehmen und auf einem Teller mit Küchenpapier ein bisschen abtropfen lassen.
Wenn ihr keinen Knoblauch mögt, könnt ihr statt dessen auch Kümmel oder den etwas zarteren Bärlauch benutzen.
 
Die Pflanzen gehen schnell und sind lecker. Und kalt am nächsten Tag schmecken sie fast noch besser.

Der Kaiserschmarrn und die Currywurst

Die ersten Gerichte, die ich in Deutschland zu lieben gelernt habe, sind Currywurst und Kaiserschmarrn.

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Erstere was für lange Zeit mein erstes Ziel auf den vielen Fährte von Italien nach Deutschland, damals noch mit meinem kleinen Y10.
Bis vor 4 Jahren gab es gleich nach der Österreichischen Grenze eine Raststation, deren einzige Spezialität Currywurst war.

Meine Leidenschaft für die Wurst hielt so lange an, bis ich irgendwann wahnsinnige Bauchschmerzen hatte, und zwar 3 Tage lang.
Wahrscheinlich war eben diese Currywurst daran Schuld, die ich so geliebt habe. Seitdem kann ich Currywurst nicht mal mehr riechen, und auch die Raststation ist mittlerweile geschlossen, besser gesagt, sie wurde durch eine neuere und modernen ersetzt, die vielleicht auch bessere hygienische Standards hat.

Meine Leidenschaft für Kaiserschmarrn besteht aber bis heute. Wir machen ihn oft daheim, weil geht so einfach und zuzubereiten ist und auch die Zutaten immer im Haus sind.
Eier von bayerischen Hühnern, Ziegenmilch (Variation zur normalen Milch, da ich eine Laktoseintoleranz habe) und Butter.Das sind alles Dinge, die ich immer auf dem Bauernmarkt kaufe und deshalb auch immer daheim habe.

Für 2 Personen (sehr großzügige Portion)
 
4 Eier
375 ml Milch
30 g Zucker
125 g Mehl
1 Päckchen Vanillezucker
1 Prise Salz
4 EL Rosinen
2 EL Butter
Puderzucker
Apfelkompott

Die Rosinen in lauwarmen Wasser 10 Minuten einweichen lassen.
Eier trennen. Eiweiß zu Schnee schlagen, Eigelb mit Zucker, Vanillezucker und Salz schaumig schlagen. Nach und nach das Mehl und Milch zugeben. Gut verrühren.
Den Eischnee unterheben, so dass der Teig eine luftige Konsistenz behält. 10 Minuten stehen lassen.

In einer Teflonpfanne (ca. 28 cm) die Butter schmelzen, 3 große Kellen Teig (ca. 2 Finger) in die Pfanne geben und bei mittlerer Hitze goldgelb backen. Wenn der Teig halb durch ist die abgetrockneten Rosinen dazu geben.

Mit zwei Holzlöffeln in Stücke reißen. Auf einem Teller anrichten, mit Puderzucker bestäuben.
Am besten passt dazu Apfelkompott, hier ein schneller Rezept von Kathrins Mutter:

Apfelkompott

Äpfel schälen und in Stücke schneiden. Etwas Wasser in einem Topf erhitzen und die Äpfel weich kochen.
Danach mit Zucker und Zimt nach belieben süßen. Das Apfelkompott hält sich in einem Glas im Kühlschrank ca. 2 Wochen.

Sommerabend auf dem Balkon

Laue Sommerabende mit Temperaturen von 25°C erlebt man in Bayern leider nicht sehr oft. Deshalb wird überall der Grill angeschmissen, sobald es mal vorkommt.

Bei jedem Grillabend gibt es immer kiloweise Fleisch jeder Art, aber meistens dafür nur relativ wenige Beilagen, und zwar riesige Salate und gekochte Kartoffeln. Ok, ich gebe zu, dass auch meine Rezepte nicht besonders innovativ sind, aber sie sind meine Lieblingsbeilagen zu einem schön gegrillten Stück Fleisch.

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La Caprese

Ok, jeder kann Caprese (Tomaten mit Mozzarella) machen, aber ganz oft verwenden die Leute Aceto Balsamico und ertränken damit den ganzen Geschmack. Auf eine Caprese gehört kein Essig!

Der Geschmack der Zutaten ist viel zu delikat für Essig, der Geruch des Basilikums, die Süße der Tomaten und der zarte Mozzarella, sie werden alle einfach vom aceto balsamico überdeckt.

Ok,jetzt reicht's, hier also das Rezept

Für 4 Personen

2 große Tomaten
2 Mozzarella
Basilikum
Salz
Olio extra vergine d'oliva

Tomaten und Mozzarella in Scheiben schneiden (ca. 1/2 cm). Tomaten auf einen Teller legen und salzen. Dann mit den Mozzarellascheiben belegen mit Basilikumblättern garnieren. Zum Schluss mit Öl beträufeln und servieren.

Gegrillte Zucchini

Auf dem Bauernmarkt gibt es momentan noch Zucchini, wahrscheinlich nicht mehr lang. Deshalb müssen wir die Gelegenheit ergreifen und sie so oft wie möglich essen.

Für 4 Personen

3 Zucchini
Frische Kresse, normalerweise benutze ich aber frische Petersilie und Knoblauch
Olio d'oliva extra vergine
Salz

Die Zucchini in 3/4 cm dünne Streifen schneiden und auf den Grill legen. am besten an eine nicht zu heiße Stellen. Von beiden Seiten ca. 5 Minuten grillen lassen und immer wieder kontrollieren, dass sie nicht anbrennen.

Wenn sie fertig sind, sollten sie die typischen braunen Grillstreifen haben. Auf einen Teller legen und mit Gres, Salz und Olivenöl anmachen. Oder, ganz klassisch, an Stelle der Kresse Petersilie und Knoblauch verwenden.

Gegrillter Fetakäse

Der Feta, den ich auf dem Markt kaufe, eignet sich hervorragen zum Grillen. Mit Thymian mag ich ihn am liebsten, einfach und lecker.

Für 3 Personen

250 g Fetakäse
Mehrere Thymianzweige
eventuell Öl und Zitrone

Das Rezept ist ganz einfach. den Feta in 2 cm dicke Scheiben schneiden. Immer 3 dieser Stück auf ein Stück Alufolie legen, 2 Thymianzweige darauf legen, eventuell mit Öl und Zitrone beträufeln und dann die Alufolie zu einem kleinen Päckchen verschließen.

Die Päckchen auf den Grill legen, wieder am besten auf eine nicht ganz heiße Stelle, 5 Minuten grillen lassen, dann umdrehen und nochmals 2 Minuten grillen. Aufpassen, dass der Käse nicht zu flüssig wird oder sogar anbrennt. Idealerweise sollte er nur leicht weich werden.

30 Sekunden abkühlen lassen und dann servieren.

Danke, Kristina, für den perfekten Sommerabend auf deinem Balkon! (Habseligkeiten - http://de.dawanda.com/shop/habseligkeiten - Kristina Koch) 

Gebratene Pilze nach Art meiner Schwester

Pilze suchen ist eine Kunst wie jede andere, wenn keine Leidenschaft dahinter steht, dann sollte man es besser bleiben lassen.
Für's Pilzesuchen gibt es nur wenige und sehr klare (von mir erfundene) Regeln:

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1. Man geht nicht alleine, zu zweit ist perfekt, zu dritt ist gut, mehr als 3 geht nicht.

2. Pilze suchen ist kein Spiel, entweder man betreibt es ernsthaft oder man lässt es sein.

3. Man sollte nie bergab gehen, immer besser bergauf. Beim abwärts Laufen ist man zu schnell und übersieht die Pilze.

4. Man ratscht nicht, man sucht Pilze!

5. Man sollte nie schreien, schon gar nicht, wenn man einen Pilz gefunden hat.

6. Wenn man einen anderen Pilzesucher trifft, fragt man nie: "Habt ihr schon welche gefunden?". Man grüßt diskret und geht seines Weges.

7. Es gibt nur 2 Pilzarten, die Guten und die Schlechten. Man muss den Unterschied kennen.

8. Es gibt Steinpilze und es gibt alle anderen Pilze.

9. Der Pilz lebt meistens in Familien, er steht also selten ganz alleine.

10. Man geht immer in der Früh, es ist also nichts für Spätaufsteher.

Wenn diese Regeln für euch ok sind, dann auf zum Pilze suchen! Wenn nicht, dann kauft sie besser auf dem Markt. Es stimmt, Pilze sind oft relativ teuer, vor allem die der Gattung Boletus, aber es ist eben nicht so einfach Pilze zu finden, vor allem dann, wenn man nicht vorbereitet ist.

Für 4 Personen

4 mittelgroße Steinpilze (ca. 400 g)
1 Knoblauchzehe
4 EL Olivenöl extra vergine
Petersilie
Salz

Pilze sorgfältig säubern (mit einem Messer und einem Pinsel, nicht mit Wasser abwaschen!) und in ca 1/2 cm dicke Scheiben schneiden. In einer Pfanne (am besten antihaftbeschiftet) das Öl erhitzen und den klein geschnittenen Knoblauch dazu geben. Ca 2-3 Minuten anbraten lassen, dann den Knoblauch heraus nehmen und die Pilze in die Pfanne geben. Von jeder Seite 2-3 Minuten anbraten, bis sie schön goldgelb sind.
Auf einem Teller anrichten, salzen und mit Petersilie garnieren.

Ich liebe Steinpilze!

Artischocken nach Oma Olga

Als ich das erste Mal jemanden in Deutschland Artischocken kochen gesehen habe, war ich schockiert. Ich übertreibe nicht, ich war wirklich geschockt.

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Ich hatte noch nie gesehen, dass man einfach die ganze Artischocke nimmt und sie, wie einen armen Hummer, in kochendes Wasser wirft. “Was machst du?” habe ich damals geschrien, und mein Freund Tilo ist richtig erschrocken. Dann hat er mir erzählt, dass sie in seiner Familie immer so Artischocken gekocht haben, auf provenzalische Art.

Im Endeffekt haben die Artischocken dann sehr gut geschmeckt, aber trotzdem koche auch ich die Artischocken vom Markt so, wie meine Familie und ich sie schon immer gekocht haben.

Für 2 Personen
 
2 mittelgroße Artischocken
1 Knoblauchzehe, ohne das stark schmeckende Herzstück
Öl
Salz
Frische Petersilie
Saft einer halben Zitrone
1 L Wasser

Die harten äußeren Blätter der Artischocke entfernen, mindestens 4-5 Lagen, von der übrigen Blättern 1 cm abschneiden.
Den Stumpf und den Stengel säubern. Man kann den Stengel sehr gut essen, aber man muss die harten Fasern entfernen. Die Artischocke vierteln, jetzt kann man sehr leicht die inneren weicher Fasern entfernen. Dann die Viertel in Wasser und Zitronensaft legen.

Eine Pfanne auf den Herd stellen, es muss nicht unbedingt eine Teflon-Pfanne sein, es reicht ein ganz normale Pfanne mit einem dicken Boden. 3 EL Olivenöl erhitzen und die klein geschnittene Knoblauchzehe in die Pfanne geben, ungefähr 1 Minute anbraten und dann die gut abgetrockneten Artischockenviertel dazugeben. 3-4 Minuten braten lassen und immer wieder umrühren. Herd herunterschalten und 1 Kelle Zitronenwasser dazugeben, weiter leicht kochen lassen und noch mal 3-4 Kellen Wasser zugeben. Jetzt alles salzen und die gehackte Petersilie zugeben, weitere 2 Minuten kochen lassen.
Zum Schluss muss ein bisschen Sauce in der Pfanne übrig sein und die Artischocken müssen schon weich sein.

Mit einem schönen Steak oder einfach als Vorspeise servieren.
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