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Geschichte

Auf dem Markt gibt es keine wirkliche Afterhour - Einkaufsliste KW 44/45

15. Nov. 2011
Unterwegs

Um 5 Uhr auf den Markt zu kommen ist wie wenn man auf eine Party kommt, die gerade zu Ende geht. Erstens fühlt man sich ein bisschen unwohl weil alle dich anschauen wie um zu sagen "was, du kommst erst jetzt?". Zweitens ist es wie auch so oft am Ende eines Festes, es gibt nichts mehr zu essen und noch weniger zu trinken. Kurz gesagt sollte man nicht zu spät auf den Markt kommen, denn auf dem Markt ist es nicht wie im Supermarkt, wo ein Angestellter immer wieder die leeren Regale auffüllt. Wenn auf dem Markt die Ware aus ist, ist sie wirklich aus.

Zum Glück gab es diese Woche das Wichtigste immer noch, Kathrins Butter. Wenigstens das.

Manchmal hat spät kommen aber auch seine Vorteile. Die gekannte Afterhour, oder auch die "Angebote der letzte Stunde". Auf dem Markt gibt es keine wirkliche Afterhour weil selten zum Schluss etwas übrig bleibt. Die Verkäufer wissen genau wie viel Ware auf den unterschiedlichen Märkten verkauft wird, und wenn ihnen außergewöhnliche Vorkommen wie etwa ein Gewitter keinen Strich durch die Rechnung machen, dann ist am Ende alles ausverkauft.

Aber es gibt einige Ausnahmen. Zum Beispiel kann man beim Gemüsestand bei Marktende einen Korb Salat kaufen und man kriegt dazu einen geschenkt. Oder man kann beim Fleischstand 30% reduziertes Fleisch kaufen, das am Tag drauf abläuft. 

Letzte Woche haben mich meine Schwester Rita und ihre Tochter Marta aus Pisa besucht, und natürlich sind wir auf den Bauernmarkt gegangen, diesmal allerdings Samstag Früh in der Türkenstraße. Meine Schwester war vor allem von den vielen Käsesorten und Gemüse begeistert, allerdings weniger begeistert von den Preisen. Vor allem weil sie ja ihren Käse und all ihr Gemüse selber produziert. Meine Nichte war von allem begeistert, aber am meisten vom Kuchenstand.

Die Produkte der Woche sind 2 typisch herbstliche Produkte, ich entschuldige mich für die fast schon banale Auswahl: Walnüsse und Esskastanien. Die Kastanien, Maroni, kommen direkt aus Frankreich. Nicht zu gross, sehr saftig und frisch, perfekt um zusammen mit wildem Fenchel, den ich so liebe, gekocht zu werden ("le Balotte", wie wir im Casentino sagen). Oder aber natürlich auch geröstet (wir nennen sie dann "Le Bricie").

Die Walnüsse Franquette kommen vom Bodensee und sind wahnsinnig gut. Mittelgroß, eine etwas längliche Form, leicht zu öffnen, genau wie die Nüsse, die ich immer daheim gegessen habe.